Vier Rechenzentren im Großraum Phoenix zeigen, dass Abwärme außerhalb des Betriebsgeländes messbar sein kann. Die peer-reviewte Kurzstudie ist vor allem ein erster Feldnachweis, keine allgemeine Temperaturformel für Rechenzentren.
Das Team führte fünf mobile Messfahrten an vier Anlagen mit 36 bis 169 Megawatt Leistung durch. Im Windschatten lagen die durchschnittlichen Lufttemperaturen 0,7 bis 0,9 Grad Celsius über den jeweiligen windzugewandten Bereichen. Einzelne Unterschiede erreichten bis zu 2,2 Grad; Wärmesignaturen waren bis zu 500 Meter vom Grundstücksrand erkennbar.
Die Messlogik ist wichtig: Verglichen wurden Auf- und Abwindbereiche derselben Anlagen. Das hilft, großräumiges Wetter teilweise zu kontrollieren. Fünf Fahrten an vier Standorten bilden aber Jahreszeiten, wechselnde Kühltechnik, Bebauung und Auslastung nicht vollständig ab. Aus 0,7 bis 0,9 Grad in Phoenix folgt deshalb kein pauschaler Wert für ein deutsches Wohngebiet.
Die Studie beschreibt die 36-Megawatt-Anlage als Abwärmequelle in der Größenordnung des Stromverbrauchs von etwa 40.000 Haushalten, den 169-Megawatt-Campus von mehr als 180.000 Haushalten. Das sind Energieäquivalente, keine Aussage, dass ebenso viele Wohnungen tatsächlich erwärmt werden könnten.
Für Planung und Genehmigung ist der Befund trotzdem relevant: Abluftführung, Kühlung, Dachoberflächen, Abstand und lokale Windverhältnisse können die Belastung verändern. Sinnvoll ist daher, Temperatur und Wind vor und nach Inbetriebnahme standortbezogen zu messen. Die Untersuchung begründet eine neue Prüffrage für Städte; sie beweist noch nicht die Wirkung einzelner Gegenmaßnahmen oder die Übertragbarkeit auf jeden Standort.
