Im September waren in Deutschland 2,994 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet – erstmals seit drei Monaten wieder weniger als drei Millionen. Das klingt nach einer deutlichen Verbesserung. Nach Bereinigung um übliche jahreszeitliche Effekte stieg die Zahl jedoch um 12.000. Die Herbstbelebung war damit schwach.
Saisonbereinigung ist hier entscheidend. Im Spätsommer und Herbst enden Ferien, Ausbildungen beginnen und Betriebe stellen nach saisonalen Pausen wieder ein. Die rohe Monatszahl kann deshalb sinken, ohne dass sich der grundlegende Trend verbessert. Auch bei Jugendlichen ging die unbereinigte Arbeitslosigkeit zurück, saisonbereinigt aber leicht nach oben.
Die Augustdaten des Statistischen Bundesamtes passen zu diesem vorsichtigen Bild. Die Zahl der Erwerbstätigen sank saisonbereinigt um 29.000 auf rund 45,41 Millionen. Gegenüber August 2025 waren 235.000 Menschen weniger erwerbstätig. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr hält nach Angaben der Behörde seit Januar 2025 an.
Warum unterscheiden sich die Zahlen? Registrierte Arbeitslose werden nach dem Sozialgesetzbuch erfasst. Die Erwerbslosenstatistik folgt dagegen dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO): Als erwerbslos gilt, wer nicht arbeitet, aktiv sucht und kurzfristig verfügbar ist. Erwerbstätig ist nach diesem Konzept bereits, wer in der Berichtsperiode mindestens eine Stunde gegen Bezahlung gearbeitet hat. Deshalb lassen sich die Werte nicht direkt addieren oder austauschen.
Die gemeinsame Aussage ist enger: Der übliche Herbst-Effekt drückt die sichtbare Arbeitslosenzahl, während saisonbereinigte Daten und der Vorjahresvergleich weiter Schwäche zeigen. Eine belastbare Trendwende wäre erst erkennbar, wenn mehrere bereinigte Monatswerte bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in dieselbe positive Richtung weisen.
