Die europäische Rakete Ariane 6 soll frühestens am 23. November 36 weitere Satelliten für Amazons Internetkonstellation Leo ins All bringen. Arianespace nennt den Tag ausdrücklich als frühestmöglichen Termin; ein endgültiges Startdatum steht noch aus. Geplant ist die leistungsstärkere Variante Ariane 64 mit vier Feststoffboostern.

Für Amazon wäre der einzelne Flug ein spürbarer, aber begrenzter Schritt. Derzeit umfasst Leo nach Angaben in der Missionsankündigung 396 Satelliten. Mit 36 weiteren Geräten stiege der Bestand rechnerisch auf 432. Das entspricht einem Zuwachs von rund 9,1 Prozent. Voraussetzung ist, dass die Mission erfolgreich verläuft und alle Satelliten wie vorgesehen ausgesetzt werden.

Für Ariane 6 ist die Serie mindestens ebenso bedeutsam wie die einzelne Nutzlast. Nach dem Flug wären 136 der dann 432 Amazon-Satelliten mit der europäischen Rakete gestartet worden – rechnerisch rund 31,5 Prozent. Amazon hat insgesamt 24 Ariane-Flüge gebucht. Solche wiederkehrenden Aufträge können helfen, Startabläufe zu verstetigen und die neue Rakete regelmäßiger auszulasten.

Amazon steht beim Ausbau unter Zeitdruck. Die US-Kommunikationsbehörde Federal Communications Commission genehmigte ursprünglich eine Konstellation aus 3.236 Satelliten und verband sie mit Aufbaufristen. Weil das Zwischenziel nicht erreichbar war, erhielt das Unternehmen einen Aufschub. Der kommende Ariane-Flug löst diesen Rückstand allein nicht, erhöht aber das Tempo.

Bis zum Start bleiben technische Prüfungen, Wetter und der Betrieb am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou mögliche Gründe für Verschiebungen. Die angekündigte Zahl darf deshalb nicht mit bereits betriebsbereiten Satelliten verwechselt werden. Erst ein erfolgreicher Flug und das ordnungsgemäße Aussetzen machen aus dem Plan einen Ausbau des Netzes.