RMV, Deutsche Bahn und HOLON bereiten für 2027 erste KIRA+-Fahrten in Teilen Darmstadts und des Kreises Offenbach vor. Nach der offiziellen Mitteilung sollen die Fahrzeuge zunächst ihre Einsatzgebiete einlesen. Ein Termin für Fahrten mit Testpassagieren, ein genauer Bedienbereich und eine Flottengröße sind noch nicht veröffentlicht.

KIRA+ folgt auf das bis Ende 2026 laufende Projekt KIRA. Dessen Fahrzeuge werden per App bestellt und fahren seit Juni 2025 mit angemeldeten Testpersonen. KIRA+ übernimmt vorhandene Betriebskenntnisse und die Leitstelle, setzt aber den für den Nahverkehr entwickelten HOLON urban ein. Im Testbetrieb sind fünf Fahrgastsitze und ein Rollstuhlplatz vorgesehen; wird dieser genutzt, bleiben drei Sitze.

Wichtig ist der Unterschied zwischen automatisierter Fahraufgabe und unbeaufsichtigtem Betrieb: Laut RMV-Mitteilung soll bei den autonomen Fahrten nach SAE Level 4 stets Sicherheitspersonal im Fahrzeug sein. Zusätzlich wird die Technische Aufsicht aus der Leitstelle erprobt. KIRA+ testet damit noch nicht den fahrerlosen Regelbetrieb, sondern Voraussetzungen dafür.

Das Projekt ist eines von fünf Testfeldern des vom Bundesforschungsministerium geförderten Vorhabens MILA.mobility. Dort geht es nicht nur um das Fahrzeug, sondern um die Verbindung von Fahrzeug, Buchung, Flottendisposition und Leitstelle. Das ist der konkrete zusätzliche Prüfwert des Projekts; eine angekündigte „Modellregion“ wäre erst erreicht, wenn solche Angebote Teil des regulären Nahverkehrs werden.

Offen bleiben der genaue Start des Fahrgastbetriebs, die Zahl der Fahrzeuge, Betriebszeiten, Genehmigungsschritte und der konkrete Finanzierungsanteil für KIRA+. Die bisherige Ankündigung belegt deshalb einen vorbereiteten Test, aber noch kein dauerhaftes oder flächendeckendes Verkehrsangebot.