Die Zahl von 150 Gigawatt zusätzlicher Photovoltaikleistung ist kein bereits freigegebenes Netzvolumen. Sie ist das Ergebnis einer Modellrechnung für 1.313 ländliche, stark von erneuerbaren Energien geprägte Umspannwerksstandorte. Voraussetzung sind intelligent gesteuerte Großbatterien, die lokale Erzeugungsspitzen aufnehmen und später wieder abgeben.

Geteilt durch 1.313 Standorte entsprechen 150 Gigawatt rechnerisch rund 114 Megawatt zusätzlicher Photovoltaikleistung je Standort. Dieser Mittelwert hilft, die Größenordnung zu verstehen, darf aber nicht als Prognose für ein einzelnes Umspannwerk gelesen werden. Die Studie modelliert unterschiedliche Standorte; reale Anschlussmöglichkeiten hängen von Transformator, Lastfluss, Speicher, Genehmigung und Wirtschaftlichkeit ab.

Methodisch beginnt die Untersuchung deutlich kleiner: Ausgewertet wurden Betriebsdaten von 20 Transformatoren in 13 Umspannwerken. Danach übertrugen die Forschenden die Ergebnisse mit Ähnlichkeitsanalysen auf die 1.313 Standorte. Im untersuchten Szenario konnte mehr als die doppelte Erzeugungsleistung gegenüber der gleichzeitigen Transformatorleistung angeschlossen werden; rund ein Prozent der zusätzlichen Solarenergie wurde modelliert abgeregelt.

Der Ansatz nutzt zeitliche Reserven. Transformatoren erreichen ihre Grenze nicht ständig. Eine Batterie kann nur dann netzdienlich wirken, wenn ihre Steuerung die tatsächlichen lokalen Lastflüsse berücksichtigt. Eine Batterie, die ohne diesen Bezug allein nach Marktpreisen lädt oder entlädt, erfüllt die modellierte Funktion nicht automatisch.

Auftraggeber und Finanzier war der Bundesverband Solarwirtschaft, der politische Änderungen zugunsten solcher Speicher fordert. Das macht die Studie nicht wertlos, verlangt aber eine klare Trennung zwischen technischem Potenzial und politischer Forderung. Für Entscheidungen an einem konkreten Standort bleiben Netzprüfung, Kosten, Flächen, Genehmigungen und Betriebsregeln notwendig.