Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland steigt wieder. Im August 2026 wurden 20.600 Wohnungen genehmigt, 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis August waren es 169.400 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden, ein Plus von 12,1 Prozent. Das ist ein Frühindikator für mögliche Bauaktivität – noch kein Zuwachs an bezugsfertigen Wohnungen.
Besonders deutlich wird die Struktur des Anstiegs bei neuen Wohngebäuden. Dort kamen gegenüber dem Vorjahreszeitraum 15.400 genehmigte Wohnungen hinzu. Allein Mehrfamilienhäuser steuerten 11.500 zusätzliche Wohnungen bei. Das sind rechnerisch 74,7 Prozent des gesamten Neubauzuwachses. Einfamilienhäuser legten um 2.300, Zweifamilienhäuser um 1.800 Wohnungen zu.
Auch Umbauten spielen eine messbare Rolle. Von Januar bis August wurden 29.100 Wohnungen genehmigt, die durch Veränderungen bestehender Wohn- und Nichtwohngebäude entstehen sollen. Das entspricht 17,2 Prozent aller 169.400 Genehmigungen. Im August allein lag der Umbauwert 18,2 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Die amtliche Statistik hat eine wichtige zeitliche Grenze. Baubehörden melden Genehmigungen teilweise nachträglich. Ein Fall kann deshalb erst in einem späteren Berichtsmonat auftauchen, obwohl die Erlaubnis früher erteilt wurde. Monatsvergleiche sollten nicht isoliert gelesen werden; der längere Zeitraum von Januar bis August ist robuster.
Für den Wohnungsmarkt ist der Anstieg ein ermutigendes Planungssignal, aber noch keine Entwarnung. Ob, wann und in welcher Form genehmigte Projekte gebaut werden, zeigt diese Statistik nicht. Auch Aussagen über Mieten, Baukosten oder regionale Engpässe lassen sich daraus allein nicht ableiten. Entscheidend wird sein, wie viele der genehmigten Mehrfamilien- und Umbauwohnungen später tatsächlich fertiggestellt werden.
