Die Berliner Wahl hat die Kräfteverhältnisse deutlich verschoben: Nach dem am 21. September veröffentlichten vorläufigen Ergebnis ist die Linke mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen stärkste Partei. Die CDU folgt mit 18,8 Prozent, danach AfD mit 16,3, Grüne mit 14,3 und SPD mit 12,1 Prozent.
Besonders klar wird der Wechsel im Vergleich zur vorherigen Wahl. Die Linke gewann 13,4 Prozentpunkte hinzu. CDU und SPD verloren zusammen 15,8 Punkte und erreichen rechnerisch nur noch 30,9 Prozent der gültigen Zweitstimmen. Die bisherige Regierungskoalition hat damit ihre politische Ausgangsbasis deutlich eingebüßt.
Für eine mögliche Koalition aus Linken, Grünen und SPD ergibt die Addition der amtlichen Anteile 52,1 Prozent. Das ist ein Orientierungspunkt, aber noch keine fertige Regierungsmehrheit: Entscheidend sind die endgültige Mandatsverteilung, mögliche Ausgleichs- und Direktmandate sowie die Verhandlungen der Parteien.
Auch die Wahlbeteiligung gehört zum Ergebnis. Sie stieg auf 74,2 Prozent und damit um 11,3 Prozentpunkte. Das spricht für eine deutlich stärkere Mobilisierung, erklärt aber allein nicht, welche Themen oder Kandidaturen den Ausschlag gaben.
Die Landeswahlleitung kennzeichnet die Tabelle weiterhin als vorläufig. Deshalb sind Prozentwerte belastbar als Zwischenstand, während die endgültige Sitzverteilung und eine neue Regierung erst nach amtlicher Feststellung und politischen Vereinbarungen feststehen.
