In Deutschland waren 2025 mehr Menschen mit niedrigen und mittleren Bildungsabschlüssen erwerbstätig als zehn Jahre zuvor. Bei den 25- bis 64-Jährigen stieg die Beschäftigungsquote mit mittlerem Abschluss von 80 auf 83 Prozent. Bei niedrigen Abschlüssen ging sie von 59 auf 63 Prozent hoch. Für hohe Abschlüsse blieb sie bei 88 Prozent.
Damit ist der Abstand zwischen mittlerem und hohem Abschluss von acht auf fünf Prozentpunkte geschrumpft. Deutlich größer bleibt die Lücke am unteren Ende: Zwischen niedrigem und hohem Abschluss lagen 2015 rechnerisch 29 Prozentpunkte, 2025 waren es noch 25. Die Entwicklung geht also in dieselbe Richtung, hebt den Zusammenhang zwischen formaler Qualifikation und Erwerbstätigkeit aber nicht auf.
Besonders stark unterscheiden sich die Bundesländer bei Menschen mit niedrigem Abschluss. Bayern kam 2025 auf 71 Prozent, Berlin auf 53 Prozent. Das ist eine Spannweite von 18 Prozentpunkten. Bei mittleren Abschlüssen lagen höchster und niedrigster Wert acht Punkte auseinander, bei hohen Abschlüssen fünf.
Im Vergleich mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lagen die deutschen Quoten in allen drei Gruppen über dem jeweiligen Durchschnitt. Am größten war der Vorsprung bei mittleren Abschlüssen: 83 statt 78 Prozent. Das spricht für eine vergleichsweise hohe Erwerbsbeteiligung, sagt aber nichts darüber aus, wie gut die Arbeitsplätze bezahlt sind.
Die Zahlen stammen aus Erstergebnissen des Mikrozensus. Als beschäftigt gilt, wer nach den Regeln der Internationalen Arbeitsorganisation erwerbstätig ist. Ein hoher Wert erfasst deshalb weder Arbeitszeit noch Einkommen, Vertragsdauer oder Arbeitsplatzqualität. Auch die Bildungsgruppen sind formal definiert: Zur hohen Gruppe zählen neben akademischen Abschlüssen etwa Meister-, Techniker- und Fachschulabschlüsse.
