Ein neuer Bluttest könnte künftig dabei helfen, Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Menschen mit erhöhtem Risiko früher zu erkennen. Die in Nature Medicine veröffentlichte Studie kombiniert zwei kurze Ribonukleinsäuren, sogenannte Mikro-RNAs, mit dem bereits bekannten Proteinmarker CA19-9 zu einem Risikowert.

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird häufig erst spät entdeckt, weil frühe Tumoren wenige Beschwerden verursachen und nur geringe Spuren ins Blut abgeben. Der Test soll deshalb nicht die gesamte Bevölkerung untersuchen, sondern könnte für Menschen mit familiärer Belastung, bestimmten Genveränderungen, chronischer Entzündung oder auffälligen Zysten interessant sein.

Die bisherige Untersuchung reicht für den klinischen Alltag noch nicht aus. In einer Gruppe mit erhöhtem Risiko fiel der Test bei fast 16 Prozent positiv aus, obwohl zu diesem Zeitpunkt kein Krebs nachgewiesen war. Dann bleiben Magnetresonanztomografie oder endoskopischer Ultraschall nötig. Zudem war die Nachbeobachtung zu kurz, um zu klären, ob einige dieser Personen später erkrankten.

Der Bluttest ist daher ein Forschungsfortschritt, aber noch kein verfügbares Früherkennungsprogramm. Weitere, größere und länger laufende Studien müssen zeigen, wie viele frühe Tumoren tatsächlich erkannt werden und wie viele unnötige Folgeuntersuchungen entstehen.