Eine einzige App soll Menschen durch Verwaltungsleistungen von Bund, Ländern und Kommunen führen. Der geplante Prototyp der Deutschland-App wird zunächst aber nur in Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg, Nürnberg und Wiesbaden erprobt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Ein verbindlicher Starttermin wird darin noch nicht genannt.
Der Test konzentriert sich auf ausgewählte Leistungen aus Familie, Wohnen, Soziales und Unternehmensgründung. Vorgesehen ist zunächst eine mobile Anwendung; eine Weboberfläche wird konzeptionell mitgedacht. Die Anmeldung soll über die Onlinefunktion des Personalausweises erfolgen. Auch die Europäische Brieftasche für die digitale Identität, kurz EUDI-Wallet, wird in einer Testumgebung betrachtet.
Die Entwicklung ist gestuft. Nach einem Machbarkeitsnachweis soll eine erste funktionsfähige Version mit den nötigsten Eigenschaften entstehen. Mehrere hundert Menschen sollen an entwicklungsbegleitenden Tests teilnehmen. Danach kann ein begrenzter Probebetrieb von bis zu zwölf Monaten folgen. Das ist mehr als eine Präsentation, aber noch kein Beleg für einen flächendeckend stabilen Dienst.
T-Systems erhielt den Entwicklungsauftrag als Einzelabruf aus bestehenden Rahmenverträgen. Nach Regierungsangaben waren diesen Verträgen wettbewerbliche Vergabeverfahren vorausgegangen. Welche Unterauftragnehmer beteiligt werden, steuert der Generalunternehmer. Für Tests und Abnahme, Projektmanagement und Produktsteuerung nennt die Antwort zusätzliche Höchstbeträge von 553.000, 319.700 und 285.696 Euro netto. Zusammen sind das 1.158.396 Euro. Darin steckt nicht der vollständige Entwicklungsauftrag.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Bundesdatenschutzbeauftragte begleiten das Projekt. Diese Begleitung ist wichtig, aber noch keine bestandene Sicherheitsprüfung. Offen bleiben unter anderem konkrete Abnahmekriterien, spätere Betriebskosten, die Veröffentlichung von Testergebnissen und die Frage, welche Funktionen nach dem Pilot tatsächlich bundesweit verfügbar werden.
Für die Bewertung sollte die App deshalb nicht an der Zahl angeschlossener Städte allein gemessen werden. Entscheidend ist, ob Nutzer einen Vorgang ohne Medienbruch abschließen können, wie häufig Fehler auftreten, ob barrierefreie Alternativen bestehen und wie nachvollziehbar Daten zwischen Behörden fließen. Erst solche veröffentlichten Messwerte würden zeigen, ob aus dem Prototyp ein verlässlicher Zugang zur Verwaltung wird.
