Die wichtigste Aktualisierung steht in der Zahl selbst: Der Abschlussbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 24. September schätzt für den Sommer 2026 rund 16.000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. Das 95-Prozent-Prognoseintervall reicht von 14.400 bis 17.600. Die zuvor verbreitete Zwischenschätzung von mindestens 16.300 Fällen bis Ende August ist damit nicht die aktuelle Endzahl.
Wie entsteht die Schätzung? Das RKI verknüpft wöchentliche Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamts mit Temperaturdaten von 52 Stationen des Deutschen Wetterdienstes. Ab einer bundesweiten Wochenmitteltemperatur von etwa 20 Grad Celsius wird ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit sichtbar. Die Zahl ergibt sich aus der modellierten Differenz zwischen einem Verlauf mit und einem hypothetischen Verlauf ohne Hitzeeinfluss.
Wo lag die größte Belastung? Nach dem RKI entfallen etwa 9.600 der geschätzten Todesfälle auf die besonders heiße Kalenderwoche 26 Ende Juni und rund 4.200 auf die Wochen 31 bis 33 von Ende Juli bis Mitte August. Den größten Anteil tragen Menschen ab 75 Jahren; allein für die Gruppe ab 85 Jahren werden rund 8.200 Fälle geschätzt.
Die Zahl ist keine Zählung von Totenscheinen. Hitze wirkt meist zusammen mit Vorerkrankungen und wird deshalb selten als zugrunde liegende Todesursache eingetragen. Außerdem können Nachmeldungen die jüngsten Sterbefallzahlen verändern. Das Prognoseintervall macht sichtbar, dass 16.000 ein Modellwert und kein exakter Personenstand ist.
Für Hitzeschutz ist die Schätzung trotzdem aussagekräftig: Sie zeigt, in welchen Wochen und Altersgruppen die Belastung besonders groß war. Aus ihr lässt sich aber weder für eine einzelne verstorbene Person die Todesursache ableiten noch allein beurteilen, welche konkrete Schutzmaßnahme wie viele Todesfälle verhindert hätte.
