Bei der Förderung von LawZero sind drei Ebenen auseinanderzuhalten: staatliche Zusagen, geplanter Organisationsaufbau und ein noch zu prüfender Sicherheitsansatz. Deutschland und Kanada kündigten zusammen Unterstützung im Umfang von 300 Millionen kanadischen Dollar an. Der deutsche Anteil wird mit rund 100 Millionen Euro angegeben und steht noch unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Prüfung durch die Europäische Kommission.
Mit dem Geld will die 2025 von Yoshua Bengio gegründete gemeinnützige Organisation Personal und Rechenkapazität aufbauen. Für Kanada werden 360 Vollzeitstellen genannt; in Deutschland ist ein Standort in Berlin vorgesehen. Das sind Planwerte, keine bereits geschaffenen Stellen oder vollständig ausgezahlten Mittel.
Der Forschungsansatz „Scientist AI“ soll Vorhersagen und Hypothesen bewerten, ohne selbst als zielverfolgender Agent zu handeln. LawZero beschreibt dafür einen „disinterested predictor“, dessen Training nicht durch die Folgen eigener Ausgaben gesteuert werden soll. Später könnte ein solches System andere KI-Anwendungen prüfen oder wissenschaftliche Arbeit unterstützen.
Die veröffentlichte Arbeit formuliert theoretische und teilweise formale Argumente für diesen Ansatz. Sie belegt noch nicht empirisch, dass ein fertig entwickeltes System unter realen Bedingungen allgemein sicherer ist. Die Organisation, die den Ansatz entwickelt, ist zudem selbst Empfängerin der angekündigten Förderung.
Der überprüfbare Fortschritt liegt deshalb zunächst im finanzierten Forschungs- und Infrastrukturaufbau. Ob daraus ein belastbares Sicherheitsinstrument entsteht, muss an veröffentlichten Systemen, unabhängigen Tests und nachvollziehbaren Ergebnissen gemessen werden – nicht an der Fördersumme allein.
