Die Halbjahresbilanz des deutschen Straßenverkehrs fällt in zwei Richtungen aus. Von Januar bis Juni 2026 starben 1.233 Menschen, 122 oder neun Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch die Zahl der Verletzten sank um 4,2 Prozent auf rund 172.000. Gleichzeitig registrierte die Polizei mit 1,26 Millionen insgesamt 2,6 Prozent mehr Unfälle, vor allem wegen zusätzlicher Sachschäden.

Für die Einordnung ist deshalb die Trennung der Folgen wichtiger als die Gesamtzahl. Unfälle mit Verletzten oder Getöteten gingen um 3,5 Prozent auf gut 138.000 zurück, reine Sachschadenunfälle stiegen um 3,4 Prozent auf 1,12 Millionen. Mehr registrierte Unfälle bedeuten in diesem Zeitraum also nicht automatisch mehr schwere Personenschäden.

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei E-Scootern. 28 Nutzende starben, 13 mehr als im ersten Halbjahr 2025. Aus diesen beiden Angaben ergibt sich für den Vorjahreswert 15 und damit rechnerisch ein Anstieg um rund 87 Prozent. Das ist wegen der kleinen absoluten Zahl schwankungsanfällig, aber sicherheitsrelevant. Bei 15- bis 17-Jährigen stieg die Zahl der auf E-Scootern Verunglückten laut Destatis um 70 Prozent auf 2.076.

Auch Kinder unter 15 Jahren und Jugendliche insgesamt verzeichneten mehr Verletzte oder Getötete, während fast alle anderen Altersgruppen Rückgänge hatten. Häufig erfasste Fehlverhalten waren Abbiegen und Wenden, Vorfahrtsverstöße, zu geringer Abstand sowie unangepasste Geschwindigkeit.

Die Daten sind vorläufig und erfassen polizeilich registrierte Unfälle sowie zugeschriebene Ursachen. Die Europäische Beobachtungsstelle für Straßenverkehrssicherheit betont, dass vergleichbare Indikatoren nötig sind, um Probleme zu quantifizieren und Maßnahmen zu bewerten. Die Halbjahreszahlen zeigen Risikogruppen, erklären aber nicht allein, welche Maßnahme eine Veränderung verursacht hat.