Der bundesweite Häuserpreisindex stieg im zweiten Quartal 2026 nur leicht: um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und um 0,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Diese Mittelwerte wirken ruhig, verdecken aber gegenläufige regionale Entwicklungen.

Am deutlichsten ist die Spannweite bei Eigentumswohnungen. Außerhalb der sieben größten Metropolen stiegen ihre Preise in kreisfreien Großstädten binnen eines Jahres um 2,0 Prozent. In dicht besiedelten ländlichen Kreisen sanken sie dagegen um 1,8 Prozent. Zwischen diesen beiden veröffentlichten Veränderungsraten liegen 3,8 Prozentpunkte. Für Ein- und Zweifamilienhäuser ist die regionale Spannweite kleiner: vom Plus von 1,0 Prozent in dicht besiedelten ländlichen Kreisen bis zum Minus von 0,4 Prozent in dünn besiedelten ländlichen Kreisen, also 1,4 Prozentpunkte.

Auch die sieben größten Städte passen nicht in eine einfache Auf- oder Abwärtserzählung. Dort wurden Wohnungen im Jahresvergleich 0,4 Prozent günstiger, Häuser aber 0,7 Prozent teurer. Wer nur auf den Bundeswert schaut, übersieht deshalb sowohl Unterschiede zwischen Stadt und Land als auch zwischen Wohnung und Haus.

Die Werte sind vorläufig. Destatis korrigierte mit derselben Veröffentlichung das Jahresplus für das erste Quartal von 1,4 auf 1,2 Prozent. Das zeigt, warum Zehntelprozentpunkte nicht überinterpretiert werden sollten. Eurostat stellt eine vergleichbare europäische Reihe bereit, veröffentlicht die Werte für das zweite Quartal 2026 laut Destatis aber erst am 1. Oktober; ein aktueller Ländervergleich wäre am Prüftag daher verfrüht.

Der Index misst Kaufpreise, nicht Mieten, Finanzierungskosten oder die gesamte Wohnkostenbelastung. Die Rechnung der regionalen Spannweiten ist eine Orientierung aus den veröffentlichten Veränderungsraten, keine Aussage über einzelne Städte, Viertel oder Immobilien.