Ein Scan des QR-Codes, dann zeigt die Anwendung Grün oder Rot: Auf der IFA in Berlin haben Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, Miele-Chef Reinhard Zinkann und Moderatorin Pinar Atalay einen möglichen Einsatz des digitalen Produktpasses vorgeführt. Nach dem Bericht von heise online kennzeichnete die Demonstration Waren je nachdem, ob sie die hinterlegten Anforderungen erfüllten.

Der digitale Produktpass ist mehr als eine Messeidee. Die EU-Verordnung 2024/1781 über Ökodesign-Anforderungen für nachhaltige Produkte schafft dafür den Rechtsrahmen. Künftig sollen maschinenlesbare Datensätze relevante Angaben zu Produkten zugänglich machen. Welche Informationen verpflichtend werden, hängt von den Regeln für die jeweilige Produktgruppe ab.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher können solche Daten Kaufentscheidungen nachvollziehbarer machen. Das Europäische Parlament nennt Informationen, die den Vergleich von Produkten unterstützen. Zugleich sollen Behörden Produktangaben leichter für Kontrollen nutzen können. Die auf der IFA gezeigte Ampel übersetzt dieses Prinzip in eine einfache Anzeige.

Die Vorführung belegt allerdings noch nicht, dass Einfuhr- und Marktüberwachung damit bereits flächendeckend funktionieren. Dafür müssen produktspezifische Anforderungen feststehen, Daten verlässlich gepflegt und Systeme verbunden werden. Auch eine grüne Anzeige ist nur so belastbar wie die hinterlegten und überprüften Angaben.

Wildberger verband die Demonstration mit einem allgemeinen Appell für mehr Tempo bei künstlicher Intelligenz und Robotik. Diese politische Bewertung ist von der konkreten Entwicklung des Produktpasses zu trennen. Dessen möglicher Nutzen lässt sich klarer fassen: Standardisierte Informationen können Kontrollen vereinfachen und sichtbar machen, nach welchen Anforderungen eine Ware bewertet wird.