OPUS 3 ist kein neues Serienwindrad, sondern ein austauschbarer Hardware-Prüfstand. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die dritte Anlage seines Forschungsparks WiValdi am 23. September 2026 fertig aufgebaut. Der reguläre Forschungsbetrieb soll nach der schrittweisen Inbetriebnahme Anfang 2027 beginnen.

Die bewusst kleinere Dimension erklärt den Nutzen: 500 Kilowatt Nennleistung, 50 Meter Nabenhöhe und derzeit 50 Meter Rotordurchmesser reichen für reale Wind- und Betriebsbedingungen, machen Umbauten aber handhabbarer als an einer großen kommerziellen Anlage. Forschende können Rotorblätter, Teile von Getriebe und Steuerung sowie Regelungsalgorithmen austauschen oder neu kombinieren. Genehmigungs- und gegebenenfalls Rezertifizierungsverfahren bleiben dabei nötig.

Damit schließt die Anlage eine Testlücke. Simulationen und Laborversuche erlauben kontrollierte Bedingungen, bilden aber nicht jeden Lastwechsel und jedes Wetter ab. Große Serienanlagen sind realitätsnah, lassen sich jedoch nicht beliebig umbauen. OPUS 3 soll dazwischen vorindustrielle Prototypen prüfen, bevor Erkenntnisse auf marktübliche Anlagen übertragen werden.

Schon während des Aufbaus wurde das Schwingungsverhalten des noch nicht mit der rund 30 Tonnen schweren Gondel belasteten Turms gemessen. Solche Daten können Modelle für Montagezustände verbessern. Sie sind aber noch kein Wirksamkeitsnachweis für neue Rotorblätter, leisere Anlagen oder höhere Erträge.

Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützte OPUS 3 laut DLR mit rund sechs Millionen Euro. Der ältere WiValdi-Bericht dokumentiert den Forschungspark als Gesamtsystem mit mehr als 2.000 Sensoren. Ob die modulare Anlage die erwartete Brücke zur Industrie tatsächlich schlägt, lässt sich erst anhand veröffentlichter Versuche und übertragbarer Ergebnisse beurteilen.