Eine Professur an einer deutschen Universität warb 2024 im Durchschnitt 325.400 Euro Drittmittel ein. Das waren 6.800 Euro oder 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Drittmittel sind Gelder, die meist für bestimmte Forschungsprojekte zusätzlich zur Grundfinanzierung eingeworben werden.
Der Abstand zu anderen Hochschularten ist groß. Fachhochschulen kamen im Mittel auf 53.300 Euro je Professur, Kunsthochschulen auf 23.800 Euro. Aus den amtlichen Werten ergibt sich: Der Universitätsdurchschnitt war rund 6,1-mal so hoch wie der Wert der Fachhochschulen und rund 13,7-mal so hoch wie jener der Kunsthochschulen.
Das ist jedoch keine Rangliste der Forschungsqualität. Fächer benötigen sehr unterschiedliche Summen: Ingenieurwissenschaften lagen bei 715.600 Euro je Universitätsprofessur, Kunst und Kunstwissenschaft bei 94.800 Euro. Außerdem ließ Destatis medizinische Einrichtungen beim Vergleich einzelner Universitäten außen vor, weil dort besonders hohe Drittmitteleinnahmen üblich sind.
Auch absolute Summen und Beträge je Professur beantworten verschiedene Fragen. Die Technische Universität München führte 2024 mit insgesamt 436 Millionen Euro. Je Professur lag dagegen die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen mit 1.160.400 Euro vorn. Größe und Fächermix beeinflussen beide Werte.
Eurostat zeigt für Europa zudem, dass Bildungsfinanzierung überwiegend aus öffentlichen Mitteln stammt und Drittmittel nur einen Ausschnitt der Finanzierung abbilden. Die neue Statistik beschreibt daher vor allem, wo besonders viele projektgebundene Gelder eingeworben werden – nicht, welche Hochschule insgesamt am besten forscht oder lehrt.
