Die italienische Politikerin und Bürgerrechtlerin Emma Bonino ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Staatspräsident Sergio Mattarella würdigte sie als Persönlichkeit, die das öffentliche Leben der Republik mit einem beharrlichen und konsequenten Engagement geprägt habe. Auch internationale Medien bestätigten ihren Tod am 11. September 2026.
Bonino gehörte seit den 1970er-Jahren zu den bekanntesten Stimmen der italienischen Radikalen. Sie setzte sich unter anderem für Frauenrechte, die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und Scheidungen, gegen die Todesstrafe sowie für rechtsstaatliche und europäische Lösungen ein. Ihre politische Arbeit verband sie über Jahrzehnte mit Kampagnen und Referenden.
Auf europäischer Ebene war Bonino Mitglied des Europäischen Parlaments und von 1995 bis 1999 EU-Kommissarin. In Italien übernahm sie mehrere Regierungsämter, darunter das Amt der Außenministerin. Mattarella hob hervor, dass ihr Einsatz weit über Parteigrenzen hinaus Anerkennung gefunden habe.
Mit Boninos Tod verliert Italien eine streitbare Vertreterin liberaler Bürgerrechte. Die Würdigungen beziehen sich auf ihre öffentliche und politische Lebensleistung; sie sind keine vollständige Bewertung sämtlicher Positionen und Kontroversen ihrer langen Karriere.
