Die Preise, die deutsche Hersteller für im Inland verkaufte Waren erhalten, lagen im September 2026 deutlich höher als ein Jahr zuvor. Das Statistische Bundesamt meldet ein Plus von 6,7 Prozent. Gegenüber August stieg der Erzeugerpreisindex um 1,9 Prozent. Der Wert beschreibt eine frühe Stufe der Wirtschaft und ist nicht mit der Verbraucherpreisinflation gleichzusetzen.
Der entscheidende Unterschied steckt in der Energie. Energie war auf Erzeugerstufe 14,9 Prozent teurer als im September 2025. Ohne Energie stieg der Gesamtindex nur um 3,2 Prozent. Der Gesamtwert nahm damit etwas mehr als doppelt so stark zu wie der Index ohne Energie. Ein exakter Beitrag in Prozentpunkten lässt sich daraus ohne die amtlichen Gewichte der Teilindizes nicht berechnen.
Besonders stark verteuerten sich Mineralölerzeugnisse mit 51,3 Prozent. Kraftstoffe lagen 48,6 Prozent, leichtes Heizöl 91,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch Erdgas in der Verteilung wurde mit 15,0 Prozent und Strom mit 8,2 Prozent teurer. Diese Werte beziehen sich auf Erzeuger- beziehungsweise Absatzpreise, nicht direkt auf einzelne Haushaltsverträge.
Auch Vorleistungsgüter legten um 6,4 Prozent zu. Metalle kosteten 14,0 Prozent mehr, Kupfer und Halbzeug daraus 31,4 Prozent mehr, chemische Grundstoffe 11,3 Prozent. Das kann Kosten in Bau, Maschinenbau und anderen Produktionsketten erhöhen. Ob Unternehmen diese Kosten weitergeben, hängt unter anderem von Verträgen, Lagerbeständen, Produktivität und Wettbewerb ab.
Das Bild ist nicht überall gleich. Verbrauchsgüter waren auf Erzeugerstufe 1,8 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Bei Nahrungsmitteln betrug der Rückgang 4,1 Prozent. Butter, Schweine- und Rindfleisch waren in dieser Statistik billiger, pflanzliche Öle und Zucker teurer. Daraus folgt nicht automatisch die gleiche Veränderung im Supermarkt, weil Verarbeitung, Handel und Steuern dazwischenliegen.
Für die Einordnung helfen drei getrennte Fragen: Welche Vorleistung verteuert sich, wie groß ist ihr Anteil am Endprodukt und wann werden Verträge neu abgeschlossen? Erst wenn diese drei Punkte zusammenkommen, lässt sich abschätzen, ob ein Erzeugerpreisschub Haushalte schnell, später oder kaum erreicht.
Der Erzeugerpreisindex basiert derzeit auf dem Warenkorb und den Gewichten des Basisjahres 2021; Stichtag ist jeweils der 15. des Monats. Für einen Inflationstrend sollten deshalb mehrere Monate und zusätzlich Verbraucherpreise betrachtet werden, nicht nur eine einzelne Monatsmeldung.
