Beim Bahnprojekt zwischen Hamburg und Kopenhagen entsteht ein neues Terminproblem. Der Fehmarnbelttunnel zwischen Dänemark und der Insel Fehmarn soll nach aktuellem Stand 2031 fertig werden. Für den anschließenden Fehmarnsundtunnel zum deutschen Festland nennt der Infraplan 2026 nun eine Inbetriebnahme bis 2035.

Aus beiden Angaben ergibt sich ein mögliches Risikofenster von bis zu vier Jahren. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Verbindung in dieser Zeit unterbrochen wäre. Es zeigt aber, dass das große grenzüberschreitende Bauwerk früher bereit sein könnte als ein wichtiger Teil seiner deutschen Hinterlandanbindung.

Als Übergang bleibt die bestehende Fehmarnsundbrücke. Ihre Bahnstrecke ist nicht elektrifiziert. Zugleich ist noch offen, wie sie mit zusätzlichem Verkehr belastet werden kann, wenn der Fehmarnbelttunnel bereits geöffnet ist. Eine zeitweilige Elektrifizierung wurde erwogen, aber noch nicht abschließend beschlossen.

Für einen belastbaren Übergangsplan müssen deshalb drei Fragen beantwortet werden: Welche Zugzahl trägt die alte Brücke? Welche Fahrzeuge können ohne durchgehende Oberleitung eingesetzt werden? Und wann fallen Entscheidungen, damit nötige Arbeiten vor 2031 abgeschlossen sind? Ein spätestes Enddatum allein beantwortet diese Betriebsfragen nicht.

Für Reisende ist nicht die Eröffnung eines einzelnen Tunnels entscheidend, sondern die durchgehende Verbindung. Die versprochene kürzere Fahrt zwischen Hamburg und Kopenhagen kann erst vollständig wirken, wenn Tunnel, Schienenwege, Stromversorgung und Fahrplan zusammenpassen.

Der nächste aussagekräftige Fortschritt ist daher kein weiterer allgemeiner Zieltermin. Nötig sind veröffentlichte Zwischenmeilensteine für Genehmigung, Bau und Übergangsbetrieb sowie eine klare Entscheidung zur Fehmarnsundbrücke. Daran lässt sich erkennen, ob das Vierjahresrisiko kleiner wird.