Europa hat zwei neue Satelliten für die Erdbeobachtung gestartet. Der Fluorescence Explorer (FLEX) und Copernicus Sentinel-3C flogen gemeinsam mit einer Vega-C-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ins All. Nach der Trennung empfing das Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency, ESA) Signale von beiden Satelliten.

FLEX soll erstmals speziell die Photosyntheseaktivität der Vegetation aus dem Weltraum messen. Sein Instrument erfasst eine sehr schwache Fluoreszenz, die Pflanzen bei der Aufnahme von Sonnenlicht aussenden. Daraus sollen Fachleute ableiten können, wie effizient Pflanzen Licht und Kohlendioxid nutzen und wie sie auf Hitze, Trockenheit oder andere Belastungen reagieren.

Sentinel-3C setzt eine bestehende Messreihe des europäischen Copernicus-Programms fort. Der Satellit beobachtet unter anderem Temperaturen an Land und auf dem Meer, Meeresfarbe, Eis, Vegetation und Wasserstände in Binnengewässern. Nach der Inbetriebnahme soll die Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (Eumetsat) einen Teil des Routinebetriebs übernehmen.

Zunächst werden die Systeme im Orbit geprüft. FLEX soll später gemeinsam mit einem Sentinel-3-Satelliten fliegen. Die nahezu gleichzeitigen Messungen helfen dabei, das schwache Pflanzensignal mit Informationen über Wolken, Wasserdampf, Aerosole und Oberflächentemperaturen zu verbinden.

Der erfolgreiche Start bedeutet noch nicht, dass bereits fertige Forschungsdaten vorliegen. Erst Inbetriebnahme, Kalibrierung und wissenschaftliche Auswertung werden zeigen, wie zuverlässig die neuen Messungen sind und welchen zusätzlichen Nutzen sie für Landwirtschaft, Ökosystemforschung und Klimabeobachtung haben.