In Deutschland waren 2025 nur 30,3 Prozent der Führungskräfte Frauen. Gleichzeitig stellten Frauen 47,1 Prozent aller Erwerbstätigen. Der Unterschied beträgt 16,8 Prozentpunkte. Teilt man den Führungsanteil durch den Erwerbstätigenanteil, ergibt sich eine Repräsentationsquote von rund 64 Prozent.

Diese Rechnung bedeutet: Der Frauenanteil in Führungspositionen erreicht knapp zwei Drittel des Anteils, den Frauen am gesamten Arbeitsmarkt haben. Die Quote ist eine Orientierung, kein Maß für individuelle Benachteiligung. Sie macht aber zwei unterschiedlich große Bezugsgruppen direkt vergleichbar.

Das Statistische Bundesamt verwendet Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Als Führung gelten in der Internationalen Standardklassifikation der Berufe unter anderem die Geschäftsführung kleiner Unternehmen, die Geschäftsführung oder Bereichsleitung großer Unternehmen und leitende Positionen im Verwaltungsdienst. Unterschiedliche Hierarchieebenen werden also zusammengefasst.

Auch der Zeitvergleich zeigt einen langsamen Wandel. Zwischen 2015 und 2025 stieg der Frauenanteil in deutschen Führungspositionen von 29,3 auf 30,3 Prozent. Das entspricht im Durchschnitt 0,1 Prozentpunkten pro Jahr. In der Europäischen Union (EU) nahm der Anteil im gleichen Zeitraum um 4,0 Prozentpunkte zu, also durchschnittlich um 0,4 Punkte pro Jahr. Diese Werte beschreiben die Vergangenheit und sind keine Prognose.

Deutschland lag 2025 mit 30,3 Prozent unter dem EU-Durchschnitt von 35,9 Prozent. Österreich erreichte 37,2 Prozent, bei einem Frauenanteil von 47,5 Prozent an allen Erwerbstätigen. Solche Vergleiche zeigen Unterschiede, erklären sie aber nicht. Dafür wären etwa Daten zu Branchen, Arbeitszeiten, Karrierewegen, Unternehmensgrößen und Betreuungspflichten nötig.

Die wichtigste Aussage ist daher enger als eine Ursachenbehauptung: Eine annähernd ausgeglichene Erwerbsbeteiligung hat sich in Deutschland bislang nicht in einer ähnlich starken Vertretung in Führungsrollen niedergeschlagen. Die Repräsentationsquote und der Zehnjahrestrend machen diese Lücke sichtbar, ohne einzelne Gründe vorzutäuschen.