Der erste große Messwert des Asteroidenversuchs steht seit 2022 fest: Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA verkürzte der Einschlag der Sonde DART die Umlaufzeit von Dimorphos um Didymos von 11 Stunden 55 Minuten auf 11 Stunden 23 Minuten. Die Änderung um 32 Minuten, mit einer damaligen Unsicherheit von zwei Minuten, übertraf das vorab festgelegte Erfolgsminimum von 73 Sekunden deutlich.
Was diese Bahnänderung noch nicht erklärt, ist die Effizienz des Stoßes. Ausgeworfenes Gestein verstärkte die Wirkung wie ein Rückstoß. Um ein solches Experiment auf andere Asteroiden übertragen zu können, müssen deshalb unter anderem Masse, Oberflächenfestigkeit und die Menge des ausgeworfenen Materials genauer bekannt sein.
Hier setzt Hera an. Die Sonde der Europäischen Weltraumorganisation soll das System im November erreichen. Dimorphos misst ungefähr 151 Meter, Didymos rund 780 Meter; ihr mittlerer Abstand beträgt etwa 1,15 Kilometer. Hera soll beide Körper vermessen und besonders untersuchen, wie der Einschlag Dimorphos verändert hat.
Die zwei kleinen Begleitsatelliten der Mission sollen zusätzliche Nahmessungen liefern und Landungen versuchen. Gerade die extrem geringe Schwerkraft – laut ESA etwa 40.000-mal schwächer als auf der Erde bei Didymos und 200.000-mal schwächer bei Dimorphos – macht Navigation und Oberflächenkontakt anspruchsvoll.
Der belegte Erfolg lautet bislang also: DART änderte die Bahn messbar. Ob daraus eine verlässlich planbare Methode zur planetaren Verteidigung wird, hängt von Heras Detailmessungen und weiteren Modellen ab. Weder Didymos noch Dimorphos bedrohen nach Angaben der NASA die Erde.
