Die deutsche Inflationsrate lag im August 2026 bei 2,9 Prozent zum Vorjahr. Dass Kraftstoffe um 27,7 Prozent teurer waren, bedeutet trotzdem nicht, dass sie allein 27,7 Prozent des Haushaltsbudgets oder der gesamten Inflation ausmachen. Im amtlichen Verbraucherpreisindex tragen Kraftstoffe ein Gewicht von 30,46 Promille – rund 3,05 Prozent des durchschnittlichen Warenkorbs.
Als grobe, nicht additive Orientierung ergibt die Multiplikation von Gewicht und Preisrate einen Beitrag von etwa 0,84 Prozentpunkten. Die amtliche Indexrechnung ist komplexer und arbeitet mit Teilindizes; die Überschlagsrechnung zeigt aber die Größenordnung. Leichtes Heizöl stieg sogar um 49,6 Prozent, hat wegen seines kleinen Warenkorbanteils jedoch deutlich weniger Einfluss als der hohe Prozentwert vermuten lässt.
Energie insgesamt verteuerte sich um 10,5 Prozent. Innerhalb des Bereichs liefen die Preise auseinander: Strom sank um 5,5 Prozent, Erdgas einschließlich Betriebskosten um 2,9 Prozent und Fernwärme um 1,0 Prozent. Haushaltsenergie war dadurch insgesamt 0,7 Prozent günstiger, während Tanken den Verkehr verteuerte.
Lebensmittel lagen im Mittel nur 0,1 Prozent über dem Vorjahr, ebenfalls mit großen Unterschieden. Eier und Gemüse wurden teurer, Butter, Obst und Molkereiprodukte günstiger. Dienstleistungen stiegen im Mittel um 2,8 Prozent; die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie betrug 2,4 Prozent.
Eurostat meldete für Deutschland im harmonisierten Index ebenfalls 2,9 Prozent und für den Euroraum vorläufig 3,3 Prozent. Für einzelne Haushalte bleibt die amtliche Rate ein Durchschnitt. Wer viel fährt, mit Öl heizt oder andere Ausgabenanteile als der Musterwarenkorb hat, kann mit dem persönlichen Inflationsrechner von Destatis eine passendere Näherung erhalten.
