Das neue Bild der Sternentstehungsregion IC 348 ist kein Farbfoto im menschlichen Sinn. Es kombiniert Aufnahmen der Nahinfrarotkamera NIRCam aus vier Filtern: Messungen bei 1,62 und 1,82 Mikrometern erscheinen blau, 3,6 Mikrometer grün und 4,44 Mikrometer rot. Die Farben übersetzen unsichtbares Infrarotlicht in eine für Menschen lesbare Darstellung.
Was umfasst das Bild? IC 348 liegt im Sternbild Perseus rund 1.000 Lichtjahre entfernt. Die Aufnahme ist etwa 19,1 Bogenminuten hoch und zeigt damit eine Region von ungefähr 5,5 Lichtjahren. Die Daten wurden bereits am 30. August 2024 aufgenommen, von der NASA aber erst am 15. September 2026 veröffentlicht. „Neu“ bezeichnet daher die Veröffentlichung, nicht den Zeitpunkt der Beobachtung.
Zwischen jungen Sternen und Gasstrukturen sind Protosterne mit Materiestrahlen zu sehen. Wo diese Jets auf umgebendes Gas und Staub treffen, entstehen leuchtende Herbig-Haro-Objekte. Daneben nutzte das Forschungsteam die Empfindlichkeit von NIRCam, um besonders massearme Braune Zwerge aufzuspüren.
Einige dieser Objekte haben nach Angaben der NASA nur etwa die doppelte Masse des Jupiter. Braune Zwerge sind massereicher als viele Planeten, aber zu leicht für eine dauerhaft stabile Wasserstofffusion wie in Sternen. Solche Grenzfälle prüfen Modelle, die erklären sollen, mit welcher Mindestmasse ein Objekt noch sternähnlich aus einer Gaswolke entstehen kann.
Das Bild liefert damit zwei verschiedene Informationen: Es macht die räumliche Struktur einer stellaren Kinderstube sichtbar und zeigt zugleich, wie Messfilter in Farben übersetzt werden. Wer es betrachtet, sieht also wissenschaftlich codierte Wellenlängen – nicht den Farbeindruck, den ein menschliches Auge vor Ort hätte.
