Chrome 155 kann Bilder im Format JPEG XL nun ohne experimentelle Einstellung anzeigen. Für Webseiten ist das ein wichtiger Schritt, aber noch kein Signal, alle bisherigen Bilddateien zu ersetzen. Zum Prüfzeitpunkt war die Unterstützung außerhalb aktueller Chrome-Versionen weiterhin uneinheitlich.

Google hat für Chrome einen neuen Decoder namens jxl-rs eingebaut. Er ist überwiegend in der Programmiersprache Rust geschrieben. Rust soll typische Speicherfehler erschweren, die bei der Verarbeitung manipulierter Bilddateien ein Sicherheitsrisiko sein können. Die Browser-Sandbox bleibt als zweite Schutzschicht bestehen. Das ist ein Sicherheitsansatz, aber keine Garantie, dass der Decoder fehlerfrei ist.

JPEG XL kann verlustfrei komprimieren, Bilder mit hohem Dynamikumfang darstellen und vorhandene JPEG-Dateien ohne erneuten Qualitätsverlust umpacken. Google nennt gegenüber JPEG 30 bis 50 Prozent bessere Kompression. Diese Spanne ist keine feste Ersparnis: Motiv, Qualitätsziel, Encoder und Vergleichsformat entscheiden über das Ergebnis. Google empfiehlt selbst, JPEG XL und das moderne Format AVIF am eigenen Material zu vergleichen.

Der entscheidende Haken ist die Reichweite. Die am 9. Oktober 2026 geprüfte Kompatibilitätstabelle führt JPEG XL ab Chrome 155 als unterstützt. Für Chrome auf Android und mehrere andere Mobilbrowser war die Funktion dagegen noch nicht regulär verfügbar; Safari bot nur teilweise Unterstützung. Wer ausschließlich eine JXL-Datei ausliefert, riskiert deshalb leere Bildflächen bei einem Teil des Publikums.

Die robuste Lösung ist eine gestufte Auslieferung. Webseiten können JPEG XL als zusätzliche Variante anbieten und daneben ein verbreitetes Ersatzformat wie JPEG oder AVIF behalten. Der Browser wählt dann eine Datei, die er versteht. Vor dem Einsatz sollten Betreiber nicht nur Dateigrößen, sondern auch Ladezeit, Bildqualität und die Darstellung auf Desktop- und Mobilgeräten prüfen.

Für Nutzer ändert sich zunächst wenig: Ein aktueller Browser zeigt unterstützte Dateien automatisch. Für Betreiber beginnt dagegen eine Übergangsphase. Erst wenn die tatsächlich verwendeten Browser das Format breit und stabil beherrschen, kann ein Fallback entfallen.