Das Jüdische Museum Berlin eröffnet am 4. September die Ausstellung «Das Gegenteil von Jetzt. Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart». Bis zum 10. Januar 2027 versammelt sie zwölf künstlerische Projekte, die sich mit möglichen gesellschaftlichen Zukünften beschäftigen.

Die Schau setzt nicht auf einen fertigen Gegenentwurf zur Gegenwart. Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Yael Bartana, William Forsythe, Dana Kavelina und Alona Rodeh nähern sich der Frage vielmehr aus unterschiedlichen Richtungen. Einige greifen jüdische Überlieferungen auf, andere beziehen sich auf philosophische Positionen oder schaffen Räume, in denen Besucher selbst aktiv werden.

ZEIT ONLINE beschreibt die Ausstellung als einen Parcours, der Zukunftsvorstellungen nicht nur theoretisch behandelt, sondern körperlich und gemeinschaftlich erfahrbar machen will. Dazu gehören Film, Klang, Installation und Bewegung. Das Museum ergänzt die Arbeiten um eine digitale Anwendung und eine eigene Spur für Kinder und ihre Begleitung.

Die Informationen zur Zugänglichkeit fallen gemischt aus. Die Räume sind stufenlos erreichbar, und an mehreren Terminen werden Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen angeboten. Sämtliche Ausstellungstexte stehen auf Deutsch und Englisch zur Verfügung. Leichte Sprache und Deutsche Gebärdensprache sind in der Ausstellung selbst jedoch nicht vorgesehen; lediglich die Eröffnung wird in Gebärdensprache gedolmetscht.

Ob aus künstlerischen Entwürfen konkrete gesellschaftliche Veränderungen entstehen, beantwortet die Ausstellung nicht. Ihr konstruktiver Ansatz liegt darin, Krisenerfahrungen nicht auszublenden und dennoch unterschiedliche Vorstellungen davon zur Diskussion zu stellen, wie Gegenwart anders gestaltet werden könnte.