Kalifornien hat 13 Gesetze zum digitalen Schutz Minderjähriger beschlossen. Für die Einordnung ist entscheidend, sie nicht als eine einzige sofort geltende Regel zu behandeln. Das Gesetz SB 1119, „Adam’s Law“, betrifft sogenannte Companion Chatbots. Andere Gesetze richten sich an soziale Netzwerke, Gerätehersteller, Schadenersatzansprüche oder Schulen.

SB 1119 verpflichtet Betreiber zunächst zur Altersbestimmung oder dazu, die Kinderschutzvorgaben im Zweifel auf alle Nutzer anzuwenden. Für zugelassene Minderjährige verlangt der Gesetzestext Risikoprüfungen, eine öffentliche Kinderschutzrichtlinie und Krisenprotokolle bei Suizid- oder Selbstverletzungsrisiken. Hinzu kommen Hinweise, dass ein Kind mit Künstlicher Intelligenz spricht, Werbebeschränkungen und ein Meldemechanismus für Vorfälle.

Besonders konkret sind die Voreinstellungen. Dauerhafte Gesprächserinnerungen und Push-Mitteilungen sollen bei Kindern grundsätzlich ausgeschaltet sein; eine Sitzung soll standardmäßig auf eine Stunde, die tägliche Nutzung auf zwei Stunden begrenzt werden. Elternkonten können Einstellungen anpassen. Für Jugendliche ab 16 enthält das Gesetz begrenzte Ausnahmen bei gespeicherten Gesprächen, sofern daraus keine dauerhaften Profile entstehen und zusätzliche Schutzmechanismen greifen. Die einschlägigen Kernpflichten werden laut Gesetz am 1. Juli 2027 wirksam.

Die Einschränkungen personalisierter Feeds, endlosen Scrollens und automatischer Wiedergabe stammen dagegen aus AB 1709. Das Altersgruppensignal neuer Geräte ist wiederum Teil eines weiteren kalifornischen Regelungsverbunds. Wer Auswirkungen beurteilen will, muss deshalb je Gesetz prüfen, welche Dienste erfasst sind, welche Altersgruppe gilt und ab wann die Pflicht operativ wird.

Der Schutzansatz hat einen Zielkonflikt. Altersbestimmung und Elternkontrollen können riskante Funktionen begrenzen, verlangen aber zusätzliche Datenflüsse und können den Zugang Jugendlicher zu Information oder Gemeinschaft beeinflussen. Der Gesetzestext beantwortet nicht vorab, wie Gerichte jede Regel mit Datenschutz und Meinungsfreiheit abwägen werden. Belegt sind die beschlossenen Pflichten und Fristen; ihre praktische Wirksamkeit ist noch nicht gemessen.