Am 1. März 2026 waren in Deutschland 756.700 Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder öffentlich geförderten Tagespflege. Das waren 44.600 weniger als im Vorjahr und fast 100.000 weniger als beim Höchststand 2023. Sinkende Geburtenzahlen erklären einen Teil dieses Rückgangs.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Kopfzahl, sondern auch der Anteil an allen Kindern dieser Altersgruppe. Diese Betreuungsquote sank ebenfalls, von 37,8 Prozent im Jahr 2025 auf 37,2 Prozent 2026. Weniger Kinder im typischen Krippenalter haben also nicht automatisch zu einem höheren betreuten Anteil geführt. Aus der Statistik lässt sich allerdings nicht ablesen, wie viele Familien einen Platz suchten und keinen bekamen.
Regional bleibt die Kluft groß. In den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin wurden 53,5 Prozent der unter Dreijährigen betreut, im Westen 34,1 Prozent. Das sind rechnerisch 19,4 Prozentpunkte Unterschied. Ein bundesweiter Mittelwert verdeckt damit sehr verschiedene Betreuungssysteme.
Auch die Kapazitätsdaten senden kein einheitliches Signal. Die Zahl der Einrichtungen sank erstmals seit Beginn der Zeitreihe 2006, wenn auch nur um rund 80 auf etwa 61.000. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Beschäftigten in den Einrichtungen leicht um 3.800 auf 799.500. Die Zahl der Tagesmütter und Tagesväter ging dagegen um 3.200 auf 34.200 zurück.
Diese Zahlen messen Bestände an einem Stichtag, nicht Öffnungszeiten, Gruppengrößen, Fachkraft-Kind-Verhältnisse oder pädagogische Qualität. Zudem beruht die Betreuungsquote seit 2025 auf der Bevölkerungsfortschreibung nach dem Zensus 2022. Das Statistische Bundesamt warnt deshalb, dass Vergleiche mit früheren Jahren nur eingeschränkt möglich sind.
