Der Klimawandel verändert nicht einfach nur die Gesamtmenge des Malariarisikos in Afrika. Er verschiebt auch, wo Temperaturen die Übertragung besonders begünstigen. Das zeigt eine in Nature veröffentlichte Modell- und Attributionsstudie.

Im Labor liegt der günstigste Temperaturbereich für die Übertragung von Plasmodium falciparum durch bestimmte Anopheles-Mücken ungefähr bei 25 Grad Celsius. Unter etwa 16 und über etwa 34 Grad fällt die Eignung deutlich ab. In kühleren Hochlagen Ostafrikas und Teilen des südlichen Afrikas können steigende Temperaturen das Risiko deshalb erhöhen. In bereits heißen Teilen West- und Zentralafrikas kann zusätzliche Erwärmung die klimatische Eignung dagegen verringern.

Das Forschungsteam kombinierte 50.425 Malaria-Erhebungen aus den Jahren 1900 bis 2016 mit Klimadaten und Modellrechnungen. Solche Modelle können den Einfluss menschgemachter Erwärmung abschätzen, bilden aber die Wirklichkeit nicht vollständig ab. Niederschlag, Mückenarten, Medikamente, Insektizidresistenzen, Armut und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems wirken ebenfalls auf die Krankheitslast.

Weniger klimatische Eignung bedeutet daher nicht automatisch weniger Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation meldete für 2024 weltweit geschätzt 282 Millionen Fälle und 610.000 Todesfälle. Die afrikanische Region trägt weiterhin den größten Teil der Last.

Für die Praxis folgt daraus vor allem, Überwachung und Prävention regional anzupassen. Gebiete, die bisher wegen kühlerer Temperaturen weniger betroffen waren, brauchen frühzeitig Diagnostik, Moskitonetze und belastbare Gesundheitsdienste. Gleichzeitig dürfen bestehende Programme in Hochrisikogebieten nicht nachlassen.