Hinter dem Rückgang der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise um 13,7 Prozent im Juli 2026 stecken stark gegensätzliche Entwicklungen. Während tierische Produkte im Jahresvergleich 18,6 Prozent billiger wurden, lagen pflanzliche Erzeugnisse nur 4,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gegenüber Juni stieg der Gesamtindex um 0,5 Prozent.
Besonders groß ist die Spannweite bei einzelnen Produkten: Speisekartoffeln kosteten auf Erzeugerstufe 45,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, Eissalat dagegen 60,8 Prozent mehr. Zwischen diesen beiden Veränderungsraten liegen 106,2 Prozentpunkte. Auch Milch (-24,8 Prozent) und Schlachtschweine (-25,7 Prozent) verbilligten sich deutlich, während Eier (+9,2 Prozent) und Getreide (+3,0 Prozent) zulegten.
Diese Gegenüberstellung zeigt, warum der Gesamtwert weder die Lage jedes Betriebs noch den Einkauf einzelner Haushalte beschreibt. Der Erzeugerpreisindex misst Verkaufspreise der Landwirtschaft ohne Umsatzsteuer auf der ersten Wirtschaftsstufe. Verarbeitung, Verpackung, Energie, Transport, Handel und Steuern kommen später hinzu.
Für Aussagen über Supermarktpreise ist deshalb ein Verbraucherpreisindex nötig. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex von Eurostat ist eine eigenständige Datenreihe mit anderem Warenkorb und anderer Messstufe; beide Reihen dürfen nicht gleichgesetzt werden. Sinkende Hofpreise können zeitversetzt oder nur teilweise bei Kundinnen und Kunden ankommen.
Die Juliwerte sind Monatsdaten. Für eine belastbare Trendbewertung sollten mehrere Monate, Produktgruppen und die späteren Verbraucherpreise gemeinsam betrachtet werden.
