Nach Auszählung aller 1.974 Wahlbezirke weist der Landeswahlleiter für Mecklenburg-Vorpommern weiterhin ein vorläufiges Ergebnis aus: Die Alternative für Deutschland (AfD) erreicht 38,2 Prozent, die SPD 35,5 Prozent. Die offizielle Darstellung nennt für die AfD 32 Sitze und damit den größten Anteil der Mandate.
Die größte unmittelbare Hürdenfolge trifft die CDU. Mit 4,9 Prozent verpasst sie den Einzug in den Landtag; Deutschlandfunk ordnet dies als erstes Scheitern der CDU an der Einzugshürde bei einer deutschen Landtagswahl ein. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht mit 4,8 Prozent und die FDP mit 1,0 Prozent bleiben unter fünf Prozent. Die Linke erreicht 6,5 Prozent, die Grünen 5,7 Prozent.
Damit verliert die bisherige Regierung aus SPD und Linken ihre Mehrheit. Aus den veröffentlichten Werten ergibt sich jedoch eine rechnerische Mehrheitsoption aus SPD, Linken und Grünen. Das ist eine Prüfung möglicher Mehrheiten, keine Vorhersage oder bereits geschlossene Koalition. Die übrigen im Landtag vertretenen Parteien schließen laut Deutschlandfunk eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.
Politisch verschiebt das Ergebnis damit zwei Grenzen zugleich: Die AfD wird stärkste Kraft, kann aus dem Wahlergebnis allein aber keine Regierungsbildung ableiten; die SPD bleibt deutlich groß genug, um mit zwei kleineren Parteien eine alternative Mehrheit zu suchen. Ob diese Parteien tatsächlich verhandeln und sich einigen, ist eine eigenständige politische Frage.
Auch der Status der Zahlen bleibt wichtig. Die offizielle Ergebnisseite kennzeichnet den Stand vom 21. September trotz vollständig berechneter Wahlbezirke als vorläufig. Erst die endgültige Feststellung schließt die Ergebnisphase ab. Der Artikel kann deshalb Mehrheitsmöglichkeiten erklären, aber keine endgültige Sitz- oder Regierungsentscheidung vorwegnehmen.
