Eine neue Längsschnittstudie beschreibt unterschiedliche Veränderungen der grauen Substanz während drei hormoneller Übergänge im Leben von Frauen. Das Forschungsteam verglich Daten zu Pubertät, Schwangerschaft und Menopause mit denselben Auswertungsmethoden.

In die Analyse gingen 1.095 Personen ein: 142 in der Pubertätsgruppe, 110 in der Schwangerschaftsgruppe und 843 in der Menopausegruppe. Bei Pubertät und Schwangerschaft beobachteten die Forschenden in vielen Bereichen eine schnellere Abnahme des Volumens der kortikalen grauen Substanz als in den jeweiligen Vergleichsgruppen.

Beim Übergang in die Menopause zeigte sich ein anderes Muster. Frauen, die zwischen zwei Messzeitpunkten von vor zu nach der Menopause wechselten, hatten keine beschleunigte Volumenabnahme. Stabile Gruppen vor und nach der Menopause zeigten dagegen altersbezogene Verluste. Der Befund bedeutet daher gerade nicht, dass die Menopause das Gehirn einfach stärker schrumpfen lässt.

Die Studie verknüpft diese Strukturunterschiede nicht mit Gedächtnis, Stimmung, Beschwerden oder Alltagsfähigkeiten. Aus Magnetresonanztomografie-Aufnahmen allein lässt sich zudem nicht ableiten, ob eine Veränderung gut, schlecht oder ursächlich durch einzelne Hormone ausgelöst ist.

Die Menopausegruppe war deutlich größer als die beiden anderen Gruppen, und der Menopausenstatus beruhte auf Selbstauskünften. Es handelt sich um eine einzelne Studie; unabhängige Wiederholungen stehen noch aus. Der wichtigste Beitrag liegt deshalb in einer neuen Vergleichsperspektive, nicht in einer medizinischen Handlungsanweisung.