Im deutschen Nahverkehr wurden 2025 mehr Fahrten mit Eisenbahnen und Bussen gezählt als im Vorjahr. Jeweils zwei Prozent kamen hinzu. Die großen Milliardenwerte dürfen aber nicht mit der Zahl verschiedener Menschen verwechselt werden: Die Statistik zählt Fahrten, sogenannte Beförderungsfälle.
Im Eisenbahnnahverkehr waren es 2,8 Milliarden Fahrten und 66 Milliarden Personenkilometer. Busse kamen auf 5,5 Milliarden Fahrten und 39 Milliarden Personenkilometer. Bei Straßenbahnen blieben sowohl 3,9 Milliarden Fahrten als auch 17 Milliarden Personenkilometer ungefähr auf dem Vorjahresniveau.
Aus den gerundeten Summen lässt sich die Größenordnung der mittleren Reiseweite ableiten. Bei der Eisenbahn ergeben sich etwa 23,6 Kilometer je Fahrt, beim Bus 7,1 und bei der Straßenbahn 4,4 Kilometer. Das sind Näherungen, keine exakten Einzelstrecken. Sie zeigen aber, warum eine Bahnreise beim Verkehrsaufwand stärker ins Gewicht fallen kann als eine kurze Bus- oder Straßenbahnfahrt.
Auch der Langfristvergleich unterscheidet sich nach Verkehrsmittel. Gegenüber 2015 gab es im Eisenbahnnahverkehr zehn Prozent mehr Fahrten und 21 Prozent mehr Personenkilometer. Bei Bussen und Straßenbahnen lag die Zahl der Fahrten nur jeweils rund ein Prozent höher. Daraus folgt nicht automatisch, dass zehn Prozent mehr Menschen Bahn fahren: Pendler, Vielfahrer und Umsteiger können mehrfach gezählt werden.
Die Daten sind vorläufig und haben eine besondere Unsicherheit. Automatische Fahrgastzählsysteme sind noch nicht überall im Einsatz. Seit Einführung des Deutschlandtickets wissen lokale Unternehmen zudem nicht immer vollständig, wie oft zentral verkaufte Tickets in ihrer Region genutzt werden. Destatis weist darauf hin, dass dadurch besonders Busfahrten untererfasst sein könnten.
Für die Bewertung des Nahverkehrs sind deshalb mindestens drei Kennzahlen nötig: Zahl der Fahrten, zurückgelegte Personenkilometer und Datenqualität. Keine davon zeigt allein, ob Verbindungen pünktlich, barrierefrei oder ausreichend dicht angeboten werden.
