Die österreichische Dürrehilfe funktioniert nicht als Ersatz eines nachgewiesenen Ernteschadens. Stattdessen werden landwirtschaftlichen Betrieben die Kranken-, Pensions- und Unfallversicherungsbeiträge für Oktober und November als Gutschrift ersetzt. Dadurch soll die Entlastung schnell und über bestehende Sozialversicherungswege ankommen.

Nach Angaben der Regierung sparen die Betriebe zusammen rund 140 Millionen Euro. Zur Finanzierung sollen 50 Millionen Euro aus dem Gesundheitsbudget an die Sozialversicherung der Selbständigen fließen. Außerdem wird ein Verrechnungssatz zwischen Pensions- und Krankenversicherung für mehrere Jahre gesenkt.

Die einfache Abwicklung hat eine Verteilungsfolge: Die Gutschrift richtet sich nach den Beiträgen, nicht nach dem konkret belegten Dürreschaden eines Hofes. Damit können auch Betriebe profitieren, die wenig oder keine Ernteausfälle hatten. Genau daran entzündete sich die Kritik der Grünen; der Freiheitlichen Partei Österreichs geht die Hilfe dagegen nicht weit genug.

Für betroffene Höfe bedeutet der Beschluss kurzfristig weniger laufende Kosten. Er ersetzt aber weder eine individuelle Schadensfeststellung noch Investitionen in Wasserrückhalt, Bodenmanagement, Versicherungen oder andere Anpassung an häufigere Trockenperioden.

Der Nationalrat beschloss die Maßnahme im Paket mit der Aktivpension. Ihr Nutzen lässt sich deshalb präzise benennen: zwei Monate Beitragsentlastung für den erfassten Kreis, aber keine zielgenaue Entschädigung nach Schadenshöhe.