Österreichs Strom- und Gasmarkt zeigt 2025 Anzeichen einer Erholung, aber keine Entwarnung für alle Haushalte. Nach dem Tätigkeitsbericht der Regulierungsbehörde E-Control gab es bei Strom wieder fast so viele Neukundenangebote wie vor den Energiekrisen. Die Angebotspreise für Haushalte gingen insgesamt zurück und das Preisspektrum wurde enger.

Mehr Angebote führten dennoch nicht zu einem starken Wechselboom. Die Wechselrate bei Strom stieg von 4,7 auf 5,4 Prozent. Bei Gas sank sie von 6,5 auf 6,3 Prozent. E-Control ordnet beide Werte im europäischen Vergleich weiterhin im unteren Mittelfeld ein. Etablierte Anbieter dominierten viele regionale Versorgungsgebiete.

Gleichzeitig blieb die finanzielle Belastung sichtbar. Allein im September 2025 wurden 4.891 Stromabschaltungen registriert. Ende desselben Monats waren 34.068 Strom- und 897 Gaskunden in der Grundversorgung. Stromlieferanten schlossen im September 5.541 Ratenzahlungsvereinbarungen, Netzbetreiber weitere 616. Diese Monatszahlen dürfen nicht zu Jahreswerten hochgerechnet werden, zeigen aber, dass sinkende Angebote nicht alle Zahlungsprobleme lösen.

Bei der Versorgung meldet der Bericht für 2025 keine Engpässe. Der Gasverbrauch stieg wegen kälterer Monate und höherer Stromerzeugung um 8,3 Prozent. Nach dem Ende des russischen Gastransits durch die Ukraine verlagerten sich die Zuflüsse stark: Importe aus Deutschland und Italien nahmen zu, jene aus der Slowakei gingen fast vollständig zurück.

Auch beim Strom änderte sich die Bilanz. Der Verbrauch stieg um 2,5 Prozent; Österreich wurde mit 4,1 Terawattstunden wieder Nettoimporteur. Erneuerbare Energien deckten laut Bericht 77,9 Prozent des energetischen Bedarfs. Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung verlaufe planmäßig, bei Biomethan und den kumulierten Energieeinsparungen bestehe dagegen Rückstand.

Der Bericht zeigt deshalb zwei verschiedene Fragen. Der Markt kann durch mehr Angebote wettbewerblicher werden, während einzelne Haushalte weiterhin Rechnungen nicht bezahlen können. Für Verbraucher lohnt sich der Tarifvergleich; für die Politik bleiben Grundversorgung, Ratenzahlungen und Abschaltungen die entscheidenden Prüfgrößen dafür, ob die Erholung auch sozial ankommt.