Österreichs Bund gab 2025 insgesamt 623,193 Millionen Euro für Kunst- und Kulturförderung aus. Das waren 819.000 Euro oder rund 0,1 Prozent weniger als 2024. Nominal wirkt der Rückgang klein. Entscheidend ist aber, was sich mit dem Geld finanzieren ließ.
Statistik Austria beziffert die durchschnittliche Inflation 2025 auf 3,6 Prozent. Teilt man die Fördersumme durch 1,036, entsprechen 623,193 Millionen Euro grob 601,5 Millionen Euro in Preisen von 2024. Verglichen mit 624,012 Millionen Euro sind das rund 22,5 Millionen Euro oder 3,6 Prozent weniger reale Kaufkraft. Die Rechnung ist eine Näherung: Der Verbraucherpreisindex misst Haushaltsausgaben und nicht die Kostenstruktur von Bühnen, Museen oder freien Projekten.
Hinter der fast stabilen Gesamtsumme steckt eine Verschiebung. Die Kunstförderung sank um 4,14 Millionen Euro beziehungsweise 2,2 Prozent auf 181,494 Millionen Euro. Die Kulturförderung, die vor allem Bundestheater, Bundesmuseen und die Österreichische Nationalbibliothek absichert, stieg um 3,326 Millionen Euro beziehungsweise 0,7 Prozent auf 441,699 Millionen Euro.
Damit traf der Rückgang nicht alle Bereiche gleich. Höhere Basisabgeltungen stärkten große Bundeseinrichtungen. Zugleich gingen Zahlungen für Kulturinitiativen, internationalen Kulturaustausch, Festspiele und Großveranstaltungen zurück. Laut Bericht erklären auslaufende Sonderprojekte und geringere Investitionszahlungen einen Teil der Unterschiede.
Für Kunstschaffende und kleinere Träger zählt neben der Gesamtsumme, welcher Teil tatsächlich offen ausgeschrieben oder projektbezogen vergeben wird. Der Bericht nennt 9,97 Millionen Euro für Fair-Pay-Zuschüsse. Ob dadurch steigende Personal- und Sachkosten ausgeglichen wurden, lässt sich aus der Gesamtsumme allein nicht ableiten.
Die nächste belastbare Prüfung braucht drei Ebenen: nominale Ausgaben, inflationsbereinigte Kaufkraft und die Verteilung auf Institutionen, Projekte und einzelne Kunstschaffende. Erst zusammen zeigen sie, ob das Kulturangebot stabilisiert wird oder dieselbe Zahl weniger Leistung tragen muss.
