Zwischen gemeldetem Bedarf und tatsächlich eingesetzten Zivildienstleistenden fehlten Österreich 2025 rechnerisch 1.707 Personen. 14.884 Zivildienstleistende standen 16.591 gewünschten Plätzen gegenüber; das entspricht einer Deckung von 89,7 Prozent und einer Lücke von 10,3 Prozent.
Diese Jahresquote verteilt sich nicht gleichmäßig. Nach Angaben im Familienausschuss gibt es nach den Schulabschlüssen von August bis Jänner meist genügend Zivildienstleistende, während das Angebot ab Februar knapper wird. Auch Einsatzfelder unterscheiden sich: 39 Prozent wurden 2025 dem Rettungswesen zugewiesen, 27 Prozent der Sozial- und Behindertenhilfe, zwölf Prozent der Altenbetreuung und neun Prozent Krankenanstalten.
Familienministerin Claudia Bauer begründet ihren Wunsch nach einer Verlängerung mit geburtenschwächeren Jahrgängen und steigendem Bedarf. Beschlossen war eine Verlängerung zum Berichtszeitpunkt damit noch nicht. Der Ausschuss nahm den Bericht lediglich einstimmig zur Kenntnis; politische Aussagen und geltendes Recht sind deshalb zu trennen.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden acht Prozent mehr Zivildiensterklärungen abgegeben als im Vorjahreszeitraum, im August sogar 45 Prozent mehr. Erklärungen sind aber noch keine besetzten Stellen: Zeitpunkt, Tauglichkeit, Zuweisung und Präferenzen der Einrichtungen beeinflussen die tatsächliche Deckung. Der starke Augustwert erlaubt daher keine Jahresprognose.
Die Rechnung macht die Größenordnung sichtbar, beantwortet aber nicht, ob eine längere Dienstzeit die saisonalen und fachlichen Engpässe wirksam löst. Dafür wären belastbare Szenarien zu Jahrgangsstärken, Dienstlänge, Ausbildung, Kosten und regulärem Personal nötig.
