Für bestehende Nutzer von Azure SQL Data Sync läuft nicht nur eine Frist, sondern eine Architekturentscheidung: Der Dienst endet am 30. September 2027 und Microsoft bietet keinen universellen Eins-zu-eins-Nachfolger an. Seit 9. September 2026 können Azure-Abonnements ohne frühere Nutzung keine neue Bereitstellung mehr anlegen; bestehende Installationen dürfen vorerst weiterarbeiten.
Der erste Schritt ist deshalb eine Inventur aller Sync-Gruppen, Hub- und Mitgliedsdatenbanken, lokalen Agenten und abhängigen Anwendungen. Zusätzlich sollten Verantwortliche Synchronisationsrichtung, tolerierte Verzögerung, Datenvolumen und Ausfallanforderungen dokumentieren. Ohne diese Angaben lässt sich kein sinnvoller Ersatz auswählen.
Für periodische oder analytische Kopien nennt Microsoft Azure Data Factory. Bei einer einseitigen Verteilung aus SQL Server kann transaktionale Replikation passen; für hohe Verfügbarkeit kommen je nach Plattform Always On oder die Managed-Instance-Verknüpfung in Betracht. Eigene Azure Functions sind eher ein individuell zu betreibender Integrationsweg als ein gleichwertiger Standardersatz. Die Optionen unterscheiden sich bei Richtung, Latenz, Konfliktbehandlung und Betriebsaufwand.
Ein belastbarer Migrationsplan sollte daher zunächst einen repräsentativen Datenfluss außerhalb der Produktion nachbauen, Ergebnisgleichheit und Verzögerung messen und erst danach abhängige Anwendungen umstellen. Ein bloßer Produktwechsel ohne Test kann insbesondere bei bidirektionaler Synchronisierung unbemerkte Konflikte erzeugen.
Microsofts veröffentlichte Migrationsseite trägt ältere Metadaten, nennt aber weiterhin den Endtermin 2027. Der zusätzliche Azure-SQL-Blog und ein unabhängiger Fachbericht bestätigen die im September 2026 gestartete Einschränkung für neue Abonnements.
