69 Prozent der Studienanfängerinnen und Studienanfänger begannen im Wintersemester 2025/26 in dem Bundesland, in dem sie ihre Hochschulreife erworben hatten. Umgekehrt starteten rechnerisch 31 Prozent in einem anderen Land. Die Quote beschreibt damit eine formale Verbindung zwischen Schul- und Hochschulort – nicht automatisch einen Umzug.

Die Unterschiede zwischen den Ländern sind groß. In Nordrhein-Westfalen blieben 82 Prozent im Land, in Brandenburg nur 33 Prozent. Dazwischen liegen 49 Prozentpunkte. Ein breites Studienangebot und viele Hochschulstandorte erhöhen die Chance, ein passendes Fach in der Nähe zu finden.

Wo Studierende das Land wechseln, spielt Nähe häufig eine Rolle. Fast ein Drittel der Brandenburger Studienanfänger ging nach Berlin. In Hamburg kamen 17 Prozent aus Schleswig-Holstein und 16 Prozent aus Niedersachsen. In Bremen hatten 35 Prozent ihre Hochschulreife in Niedersachsen erworben.

Thüringen zeigt eine methodische Besonderheit. Dort hatten nur 34 Prozent der Studienanfänger ihre Hochschulzugangsberechtigung im selben Land erworben. Die in Erfurt ansässige Internationale Hochschule bietet jedoch vor allem Fernstudiengänge an. Wer dort eingeschrieben ist, muss nicht nach Thüringen ziehen. Hochschulsitz und tatsächlicher Wohnort können auseinanderfallen.

Die Statistik umfasst rund 308.000 Studienanfänger mit einer in Deutschland erworbenen Hochschulzugangsberechtigung. Menschen mit einem ausländischen Schulabschluss sind nicht enthalten. Die Zahlen erklären außerdem nicht, ob Miete, Fachangebot, Zulassungsgrenzen, Familie oder andere Gründe die Entscheidung bestimmten.

Als Planungszahl ist die Auswertung dennoch nützlich. Sie zeigt, welche Länder viele eigene Schulabgänger halten und zwischen welchen Nachbarländern besonders starke Verbindungen bestehen. Für Aussagen über echte Wanderungsbewegungen braucht es aber zusätzlich Wohnortdaten und eine getrennte Betrachtung von Präsenz- und Fernstudium.