Der Juli brachte Deutschlands größeren Beherbergungsbetrieben 58,4 Millionen Übernachtungen, 3,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bemerkenswert ist weniger der einzelne Sommermonat als die Bilanz seit Jahresbeginn: Von Januar bis Juli wurden 282,1 Millionen Übernachtungen gezählt und damit 0,4 Prozent mehr als im bisherigen Rekordzeitraum 2019.
47,7 Millionen Juli-Übernachtungen entfielen auf Gäste aus Deutschland, 10,8 Millionen auf Gäste aus dem Ausland. Aus den veröffentlichten Werten ergibt sich ein Auslandsanteil von rund 18,5 Prozent. In- und Auslandsnachfrage wuchsen gegenüber Juli 2025 jeweils um 3,2 Prozent; der Zuwachs wurde also nicht nur von einer Gästegruppe getragen.
Der Vorsprung zum Vor-Corona-Vergleich ist allerdings klein: Für Januar bis Juli 2019 nennt Destatis 281,1 Millionen, 2026 waren es eine Million mehr. Weil die aktuellen Juliwerte vorläufig sind und Übernachtungen weder Umsatz noch Auslastung oder Ertrag abbilden, lässt sich daraus kein allgemeiner Rekord für die wirtschaftliche Lage aller Tourismusbetriebe ableiten.
Hinzu kommt eine Erfassungsgrenze. Die Monatserhebung umfasst Betriebe mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten sowie Campingplätze mit mindestens zehn Stellplätzen. Kleine Privatunterkünfte können fehlen. Auch Tagesreisen sind nicht enthalten.
Für europäische Vergleiche bietet Eurostat eine separate Tourismusdatenbank. Solche Vergleiche müssen dieselbe Betriebsabgrenzung und denselben Zeitraum verwenden; der deutsche Juliwert allein erlaubt keine Rangfolge zwischen Reiseländern.
