Wer in Berlin, Hamburg, München oder Köln ein Zimmer in einer kleinen Wohngemeinschaft sucht, trifft vor dem Wintersemester 2026/27 auf einen gemeinsamen Median von 692 Euro im Monat. Bundesweit liegt der Median der ausgewerteten Angebote bei 510 Euro. Die Differenz beträgt damit 182 Euro pro Monat oder rechnerisch 2.184 Euro in zwölf Monaten.

Hinter dem Vier-Städte-Wert stehen unterschiedliche Niveaus: München liegt mit 850 Euro am höchsten, Berlin und Hamburg jeweils bei 650 Euro und Köln bei 640 Euro. Am anderen Ende der veröffentlichten Auswahl stehen Chemnitz mit 305 Euro, Halle und Magdeburg mit je 350 Euro sowie Jena und Trier mit je 370 Euro. Diese Werte beschreiben jeweils den mittleren Angebotspreis der untersuchten Inserate, nicht eine garantierte Miete für jedes Zimmer.

Das Moses Mendelssohn Institut wertete knapp 3.900 öffentlich zugängliche Angebote auf WG-Gesucht.de aus. Berücksichtigt wurden Wohngemeinschaften mit zwei oder drei Personen an Hochschulorten mit mehr als 5.000 Studierenden. Die Preise sind meist Warmmieten; häufig sind weitere Posten wie Strom oder Internet bereits enthalten.

Für die Einordnung ist der Unterschied zwischen Angebot und Abschluss entscheidend: Die Auswertung zeigt, was Suchenden abverlangt wurde, nicht zu welchen Preisen später tatsächlich Verträge zustande kamen. Sie deckt außerdem weder den gesamten Wohnungsmarkt noch alle Wohnformen ab. Veränderungen zum vorherigen Halbjahr können deshalb auch davon abhängen, welche Inserate in beiden Zeitfenstern verfügbar waren.

Als Orientierung taugen die Werte vor allem für eine realistische Suchspanne. Wer einen Studienort vergleicht, sollte neben dem Monatsmedian auch enthaltene Nebenkosten, Zimmergröße, Entfernung und Kaution prüfen. Die Rechnung von 2.184 Euro macht die Größenordnung des Großstadtaufschlags sichtbar; sie ist kein individueller Kostenbescheid und keine Prognose für ein konkretes Angebot.