Das Kunsthaus Zofingen widmet dem Wolf eine Ausstellung aus künstlerischer Sicht. Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Installationen zeigen nicht in erster Linie das Tier als biologische Art, sondern die Vorstellungen, die Menschen mit ihm verbinden.
Zu sehen sind unter anderem fünfzehn lebensgroße Holzwölfe von Rochus Lussi. Andere Arbeiten greifen Märchenbilder, Jagd und gesetzliche Regulierung auf. Eine Installation von Chantale Demierre verwendet gezeichnete Wölfe auf Wurfscheiben; Sophie Schmidt macht mit vergrößerten Seiten des Schweizer Jagdgesetzes die politische Ebene sichtbar.
Der Ansatz ist ausdrücklich offen. Die Werke liefern keine Empfehlung zur Schweizer Wolfspolitik und ersetzen keine naturwissenschaftliche Information. Sie fragen vielmehr, warum dasselbe Tier für Wildnis und Freiheit, aber auch für Bedrohung stehen kann.
Zum Begleitprogramm gehören Gespräche und Veranstaltungen. Am 12. September verbindet ein Kulturtag Lesung, Film und Diskussion mit dem Biologen Andreas Moser. Das Kunsthaus kündigt außerdem einen Familientag am 19. September und eine Finissage am 8. November an.
Gerade weil die Debatte um den Wolf oft auf Bestände, Abschüsse und Schutzmaßnahmen verengt ist, eröffnet die Ausstellung einen anderen Zugang: Sie untersucht Bilder und Ängste, ohne den politischen Konflikt für gelöst zu erklären.
